Anna Musterfrau

Für Musterhausen im Landtag von Baden-Württemberg

Unabhängigkeit durch dezentrale Energieversorgung

Veröffentlicht am 29.12.2005 in Veranstaltungen

Die Arbeitsgemeinschaften der Jusos und der Senioren sowie der Frauen in der SPD, hatten eingeladen, um sich angesichts horrender Preissteigerungen für alle Arten von Energien über Alternativen zur gegenwärtigen Situation zu informieren.

Tabitha Cramer konnte eine große Zuhörerschaft begrüßen, darunter den Kandidaten des vergangenen Bundestagswahlkampfes, Stefan Rebmann, und den Energiesachbearbeiter Markus Link von den Stadtwerken Hockenheim. Sie richtete Grüße von Rosa Grünstein aus, die verhindert war, weil sie im Landtag in Stuttgart unabkömmlich war.

Dieter Rösch stellte in seinem anschaulichen Referat die Energie-Problematik in einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang: Es ist klar, dass die fossilen Energievorräte, gleich ob Öl, Gas oder Kohle, nur noch für relativ kurze Zeit verfügbar sind. Es besteht auch Konsens darüber, dass die Temperatur seit etwa 1980 stetig steigt. Das bringt vermehrte Temperaturschwankungen mit sich und auch die Extremwerte nehmen zu, mit all den bekannten Katastrophen als Folge. Der Hauptverursacher ist der Ausstoß von CO².

Gleichzeitig ist festzuhalten, dass die erneuerbaren Energien, die kein CO² freisetzen, auf dem deutschen Energiemarkt nur eine minimale Rolle spielen. Im Jahr 2004 waren es nur 9,3 %, gewonnen aus Wind, Wasser und Biomasse. An Wasserkraft ist kaum mehr Zuwachs möglich. Dagegen ist die wichtigste Energiequelle der Wind, wobei hier enormer technischer Fortschritt zu verzeichnen ist. Geplant ist, neue Anlagen im offenen Meer zu errichten, wo sie einerseits sehr effektiv sind, andererseits aber niemand stören.
Bei der Solarenergie ist die Ausbaufähigkeit enorm! Einmal gibt es hier die thermische Nutzung, also die reine Wärmegewinnung durch Solardächer, daneben auch die Stromerzeugung durch Fotovoltaikanlagen.

Solarenergie kann man dezentral und dadurch gezielt dort einsetzen, wo sie gebraucht wird. Gleichzeitig ist Solarenergie wichtig für die Entwicklungspolitik, für die Länder, die außer Sonne keine andere Energiequelle haben. Durch neue technische Entwicklungen werden die Bauteile für effektive Solar-Anlagen immer kostengünstiger.

Eine weitere Energiequelle ist die Biomasse. Dabei wird Energie entweder aus Abfällen wie Gülle, Mist und Hausmüll oder aus eigens dafür angebauten Pflanzen gewonnen. Biomasse ist die vielseitigste neue Energieform.
Rösch erwähnte auch die Geothermie, d. h. die Erdwärme, die man nutzt, indem aus großer Tiefe warmes Wasser hochgepumpt wird. Die Nutzung der Erdwärme ist allerdings auf Beckenlandschaften begrenzt. Trotzdem gibt es auch hier große Steigerungsraten.

Der wichtigste Faktor zur Kostensenkung ist freilich das Einsparen beim Energieverbrauch! Hier ist die Wärmedämmung von Gebäuden besonders wichtig. Rösch erklärte die betreffenden Gesetze, sowohl das Stromeinspeisungsgesetz (StEG), das die Vergütung von ins Netz eingeleitetem Strom, etwa aus Sonnenenergie, regelt und das Gesetz über erneuerbare Energien (EEG).

Wir Deutschen sind verpflichtet, die Emissionen von schädlichen Treibhausgasen wie CO² zu senken, denn Deutschland hat das Kyoto-Abkommen unterzeichnet und ist auch innerhalb der EU zur Senkung verpflichtet.

Ein höchst erwünschter Effekt ist dabei, dass durch den Einsatz erneuerbarer Energien neue Arbeitsplätze entstehen, und zwar mittelständische, sichere Arbeitsplätze! Die neuen Technologien sind außerdem sehr geeignet für den Export. Ein Problem bei dem nötigen Umbau unserer Stromwirtschaft ist, dass die großen Stromkonzerne sich dagegen wehren, weil sie ihre Monopolstellung gefährdet sehen.

Rösch wies darauf hin, dass in Hockenheim der Einbau von Sonnenkollektoren finanziell gefördert wird, ebenso die Wärmedämmung von Gebäuden. Es lohnt sich also, Energie zu sparen und auf erneuerbare Energiequellen zu setzen! Rösch entwickelte ein Zukunftsbild, in dem die Energieversorgung aus vielen kleineren und kleinen Einzelbausteinen besteht, denn wir brauchen einen gesunden Energiemix. Der Treibhauseffekt ist sicher nicht umkehrbar, aber er muss verlangsamt werden.

Er schloss mit einem anschaulichen Vergleich: Die Dinosaurier konnten nicht überleben, an ihrer Stelle traten kleinere Lebewesen. So ist es heute mit der Energie. Eine dezentrale Energieversorgung bedeutet eine größere Unabhängigkeit und verhilft zu einer gerechteren Weltwirtschaft. Aber es bedarf eines Umdenkens!

An den Vortrag schloss sich ein lebhaftes Gespräch an, bei dem darauf hingewiesen wurde, dass es sich lohnt, einen Eco-Fahrkurs zu machen, auch für erfahrene Autofahrer.